Termin im Archiv der AdK

Liebe Leser,

heute hatte ich meinen Termin im Archiv der Akademie der Künste, um über Ellys Geschichte im Verein der Künstlerinnen zu recherchieren.  Leider habe ich noch nichts Neues zu ihr finden können.  Da Elly nur Schülerin war, ist sie nirgendwo in den Mitgliedsakten vermerkt. Normalerweise zeigt die Akte folgende Informationen: ein Deckblatt mit einer Kurzvita, Artikel über Werke oder Veröffentlichen (z.B. der Berliner Kunst-Zeitung von Dr. D. Joseph), Fotos von Werken, Fotos der jeweiligen Person.  Ich fand es spannend, mir einige Akten anzusehen, auch wenn sie nicht von der mir momentan wichtigsten Künstlerin stammen.  Ein Mitarbeiter des Archiv wird für mich weiter recherchieren, inwieweit man Informationen zu Schülerinnen einsehen kann.  Das wäre ein guter Weg zu Ellys Historie im Verein und ein Verständnis für ihre künstlerischen Einflüsse und Entwicklungen.

Parallel habe ich recherchiert, wie man damals als Künstler auf Verlagen aufmerksam gemacht wurde.  Die Vermarktungswege waren klassisch über die Anzeigen in (Fach)Zeitschriften und in Handbüchern (Adressbücher), sowie Wurfsendungen und Postern.  Die beiden Verlage, die Elly gedruckt haben, wurden beide 1939 liquidiert.  Ich möchte im Archiv bei einem späteren Besuch nachsehen, was mit der Kartei bzw. Portfolio an Künstlern aus eben WSSB – Wilhelm S. Schroeder, Berlin und A.R.&.C.iB – Arthur Rehn & Co. in Berlin passiert ist.  Wem gehören die Rechte? Die Humboldt Universität hat jüdische Gewerbebetriebe dezidiert aufgelistet (z.B. http://www2.hu-berlin.de/djgb/www/find?q=K%C3%B6penicker&sort=unternehmen&fq=Branchen%3A%22Verlags-+und+Druckereiwesen%22).  Alle Druckereien waren damals in der Köpenikerstraße in Kreuzberg angesiedelt.   Heute sind hier das Tresor Berlin und das Sage.  Alte Fabrikhallen auf langläufigen Höfen.  Viel Raum, unverputzt und etwas derb.  Eben sehr Berlin.  Ich kann hier die Zeit um 1920 sehr gut spüren.

Bald geht meine Reise zurück ins Archiv oder den Lesesaal der AdK.  Ich werde berichten.

Eure Juliane

Archiv in der Akademie der Künste

Liebe Leser,

nächste Woche recherchiere ich Ellys Ausbildung in der Mal- und Zeichenschule des Vereins der Künstlerinnen. Es sieht so aus, als habe sie dort ihr Handwerk gelernt, aber keine Mitgliedschaft wahr genommen.  Wieder mal habe ich das Gefühl, dass sie hier vorbei gehuscht aber nicht geblieben ist.  Es ist ein bisschen wie Fangen zu spielen.

Die Geschichte der Vereins Berliner Künstlerinnen ist sehr interessant: http://www.vdbk1867.de/geschichte/zeichenschule.html    1893 bezog man eine neue Ausbildungsstätte in der Potsdamer Str. 98, die 3 Kilometer von der Klopstockstraße 54 entfernt ist–Ellys letztem Wohnort.  Ich weiß nicht, ob sie dort lange gewohnt hat.  Vielleicht ist sie öfter umgezogen.  Aber gehen wir mal davon aus, dass sie dort einige Zeit lebte.  Dann hatte sie zur Malschule einen Fußweg von circa 40 Minuten.  Ich denke außerdem, dass sie um 1900 ihre Ausbildung erhalten hat.  1905 wurden ihre Postkarten schon veröffentlicht.  Es kann sein, dass sie nach Ihren Veröffentlichungen nicht mehr lange Unterricht genommen hat. Doch das lasse ich offen: es ist etwas, das ich nicht weiß.  Dann kann die Information nachher noch eingefügt werden, sollte ich sie finden.

Die Schüler und Lehrer der Zeichen- und Malschule sind beeindruckend: Clara Siewert, Maria Slavona sowie Käthe Kollwitz.  1944 wurde sie leider geschlossen.  Am Mittwoch weiß ich mehr über Elly und über das Leben als Künstlerin.  Und natürlich werde ich berichten.

Schönes Wochenende, Eure Juliane